Geschichte
   

Die Wurzeln der haarlosen Hunderassen
(Beitrag von C. & C. Breudel)

Wir erleben häufig, dass Menschen, die unseren Hunden das erste mal begegnen, diese Rassen für eine sehr junge Zucht halten. So als seien die haarlosen Rassen ein Ergebnis züchterischer Bemühungen einiger skrupelloser Züchter, die bemüht waren äusserst extrem erscheinende Hunde erschaffen zu wollen.

Die Wahrheit ist eine ganz andere! Die haarlosen Hunderassen sind eine der ältesten, wenn nicht die erste wirklich ausgeprägte Hunderasse der Welt. Seit ca.4000 Jahren begleiten haarlose Hunde den Menschen auf seinen Weg durch die Geschichte. Doch lassen Sie uns auf die ersten Zeugen der Existenz haarloser Hunde genauer eingehen.

Früher ging man davon aus, dass es auf dem amerikanischem Kontinent vor der Ankunft der Spanier keinerlei Hunde gegeben hat. Sehr frühe, erhaltene Kunstdarstellungen (z.B. the dogs of Colima) beweisen eine Existenz von Hunden bereits lange Zeit vor der Ankunft der Spanier. Möglich ist, dass die ersten Menschen, die über die Behringstrasse kamen, Hunde mit sich führten, diese Hunde glichen auf sehr frühen Abbildungen bereits sehr dem heutigen Xoloitzcuintle. So betrachtet sind der Perro sin Pelo del Peru und der Xolo direkte Nachkommen des Tai-Tai dogs heute bekannt als Chinese Crested Dog, der schon damals in der Manschurei beheimatet war.


So begleiteten schon damals gezielt gezüchtete haarlose Hunde die Menschen in Asien und Amerika. Sie dienten den Menschen als Begleiter, als Opfertiere, als rituelle Speise und die grösseren unter ihnen sicherlich auch als Wachhund. Einige Rassen haarloser Hunde sind im Laufe der Zeit ausgestorben z.B. der Tlachichi, ein kurzbeiniger zum verfetten neigender Hund, der vor allem als Masttier diente. Zu allen Zeiten wurde über die Existenz haarloser Hunde durch Zeitzeugen berichtet. Wir wollen auf die beiden bis zur heutigen Zeit erhaltenen Rassen des Xolo und des Perro sin Pelo del Peru im folgender genauer eingehen und hoffen, dass Sie im Anschluss an die Lektüre unsere Liebe zu diesen Rassen verstehen werden.

Der Xoloitzcuintle - Geschichte

Der Name Xoloitzcuintle bedeutet in der Aztekensprache Nahuatl "der Hund des Gottes Xolotl". Die Gottheit Xolotl wurde als Hund dargestellt, Xolotl bedeutet " der, der mit Zähnen so scharf wie Feuerkiesel nach Nahrung schnappt" und steht in Verbindung mit dem Gott des Todes Mictlantecuhtli. Die Azteken glaubten, dass man das Reich Mictlan (das spirituelle Reich, ähnlich wie der Himmel im christlichem Glauben) nach dem Tode nur erreichen könnte, wenn ein Hund einen führen würde. Für die Azteken hatte das Leben auf der Erde ( Tlaltipac ) geringere Bedeutung , als das Leben nach dem Tod des Körpers. Zu diesem Zweck wurde ein Xolo getötet um die menschliche Seele in das Reich Mictlan zu geleiten, die Reise dorthin dauert vier Jahre bevor die Seele nach zahlreichen Proben und Hindernissen das Omeyocan ( der glückliche Ort im Inneren des Himmels ) erreicht. Ebenso wurden Abbildungen von Xolo's zu diesem Zwecke mit in das Grab gelegt. (Heute sind diese tönernen Statuen bekannt, als die "Hunde von Colima" )

Der Xolo teilte sowohl das Leben als auch den Tod seines Meister und beschützte ihn vor aller zeitlichen und geistigen Unbill.

So konnte sich der Xolo durch die Jahrtausende selbst nach der Invasion der Spanier im heutigen Mexiko erhalten.

Der Xoloitzcuintle - Heute

Durch sein faszinierendes Äusseres und seinen hervorragenden Charakter haben sich zu allen Zeiten Menschen gefunden, die diese Rasse bis in die heutige Zeit erhalten haben. Heute wird der Xolo ausser in Mexiko auch in einigen anderen Ländern und der USA gezüchtet. Das Zuchtaufkommen ist eher niedrig, so dass es sich beim Xolo um eine sehr selten anzutreffende Hunderasse handelt.

Der Xolo ist ein sehr aktiver und äusserst attraktiver Hund. Es sind alle Farben erlaubt zumeist ist der Xolo jedoch einfarbig von apricot bis schwarz. Es gibt zwei Grössenschlage, Miniatur ( bis 35 cm ) und Standart ( bis 57 cm ). Sie können wie alle haarlosen Hunde durch die Haut transpirieren, dadurch hecheln sie fast nie. Sie können unter Stress Tränen bilden und die Stirn in Falten legen. Der Xolo ist solide und widerstandsfähig. Er ist vital, gesund und langlebig. Allen Vorurteilen zum Trotz, kommt er auch mit niedrigen Temperaturen (wie alle haarlosen Hunde) sehr gut zurecht. Sicher sind haarlose Hunde nicht für die Haltung in Aussenzwingern geeignet, doch gehen sie bei jedem Wetter gern ins Freie, wenn sie sich ausreichend bewegen können. Es ist jedoch kein Hund für eine reine Wohnungshaltung, er braucht viel Bewegungsfreiheit in frischer Luft. Xolo's sind sehr wachsam und Fremden gegenüber häufig zuerst sehr reserviert. Ihren Besitzern gegenüber zeigen sie sich voller Liebe und geniessen wie alle haarlosen Hunde besonders gern intensiven Körperkontakt. Noch heute glauben die Mexikaner an die therapeutischen Eigenschaften des Xolo und die Rasse geniest sehr hohes Ansehen, sie soll vor Krankheiten schützen, diese sogar heilen können.

Der Xolo ist so vollkommen in seinen Eigenschaften, dass er sich als Freund des Menschen geradezu anbietet. Er vereint exotische Schönheit, Eleganz und Anmut, freundliches Wesen und Intelligenz. Seine Haarlosigkeit macht ihn zum sauberen Haustier und bietet sich als Hundefreund auch für Tierhaarallergiker an. Man kann sagen, der Xolo ist ein wahr gewordener Hundetraum. Er hat kein Ungeziefer, haart nicht und er benötigt wenig Pflege. Man sollte sie jedoch ab und zu baden und eincremen. Seine fröhliche Veranlagung machen den Xolo zu einem idealen Gefährten.
 

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